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Ein Ritterschlag für den Verkauf!

Die Waffenkammer in Rothenburg odT

Rothenburg ob der Tauber ist international bekannt für seine mittelalterliche Altstadt. Eingebettet in das malerische Taubertal, glänzt der mittelfränkische Tourismusmagnet durch seine Ursprünglichkeit, die ihren Ausdruck u.a. in seiner begehbaren Stadtbefestigung oder in zahlreichen Museen (z.B. das Kriminalmuseum oder das Deutsche Weihnachtsmuseum) findet. In den verwinkelten, oft denkmalgeschützten Häusern halten sich zahlreiche kulturelle Schmuckstücke versteckt, die es zu entdecken gilt.

So bewegt sich die Waffenkammer „auf den Spuren der edlen Zunft der Ritterschaft“. Das Ladengeschäft, seit Jahrzehnten im Besitz der Familie Wittmann, bietet alles, „was das ritterliche Herz begehrt“: Neben Rüstungen, Schilde, Schwerter, Äxte findet man dort auch traditionelle Kutten, Roben und Korsagen oder regionale Leckereien, wie Honig-Met, Beerensirup oder Spirituosen.

Ein Ritterschlag für den Verkauf

Das historische Wohnhaus aus dem 13. Jahrhundert stellt mit seinen verschobenen Ecken, schiefen Wänden oder seinem Gewölbekeller den Ladenbau vor einige Herausforderungen. Das internationale Design- und Realisierungsbüro Gruschwitz GmbH mit Hauptsitz in München und einer Dependance in Moskau hat sich dieser spannenden Aufgabe mit einem themenorientierten Konzept gestellt: Im Zentrum steht, ganz im Sinne des Gruschwitz-typischen Emotional Retailing, der Erlebniskauf. Dreh- und Angelpunkt ist dabei eine unbewusste Wegeführung, die Neugierde schürt und die Besucher tiefer in den Laden zieht. Da eine schlichte Warenpräsentation viel zu kurz griffe, setzt Gruschwitz auf einen geschickt gelenkten Rundlauf, der die Kunden mit zahlreichen Neuentdeckungen inspiriert.

Die Eingangszone ist ganz im Sinne eines Feldlagers aus der Ritterzeit gestaltet. Lebensnahe, in Aktion dargestellte Figuren in Kettenhemden und Rüstungen, speziell von einem professionellen Masken- und Bühnenbildner angefertigt, stimmen sofort auf die entsprechenden Artikel ein, die es zu entdecken gibt: Neben allerlei Waffen, wie Hellebarde, Dolche, Morgensterne oder Schwerter finden sich hier auch Dinge, die dem Zeitvertreib moderner Ritteranhänger dienen, wie beispielsweise Kartenspiele oder Ritterschach. Ein eigener Koi-Karpfenteich unterstreicht als „Dorfbrunnen“ die besondere Atmosphäre im Raum. Im Anschluss wird man in das Reich verschlüsselter Botschaften entführt. Hier gibt es alles rund um das Thema Kalligraphie, wie Schreibfedern, Tinte oder Lederbücher. Auf seinem Ausflug in das Mittelalter geht es für den Kunden weiter mit dem Besuch der „Kleiderkammer“, in der originalgetreue Textilien, die zu einem richtigen Ritter oder Burgfräulein gehören, angeboten werden. Die verborgenen Schätze des sich im Untergeschoß befindlichen Burgverlieses, argwöhnisch beschützt von beeindruckend echt wirkendem Wachpersonal, bleiben nur besonders mutigen Besuchern vorbehalten. Beim Treppengang nach unten muss in Zukunft, neben den derzeit bereits schaurig dargestellten, eingemauerten Knochenteilen, noch eine weitere Abschreckung überwunden werden: So soll schon bald ein überdimensionaler Drache beschützend seine Klauen über das Gewölbe ausbreiten. Unten angelangt, liefern die Wache sowie der sich dahinter befindliche Schatz ausgefallene Motive für verschiedenste Fotoinszenierungen begeisterter Mittelalterfans.

Der Drache in Rothenburg odT

Dieser Bereich steht allen Besuchern offen, während die sogenannte „Requisite“ exklusiv buchbar im Rahmen von touristischen Führungen, Rollenspielen oder Teamveranstaltungen ist. Hier kann man sich mit professioneller Hilfe in einen waschechten Ritter verwandeln – Anleitung zum Anlegen eines originalgetreuen, mehrere Kilo schweren Kettenhemdes inklusive. Des Weiteren lässt sich hier eine Schenke mit Tisch und Sitzgelegenheiten integrieren. Wieder oben, am sogenannten „Burgplatz“, angelangt, tragen verschiedenste regionale Köstlichkeiten, wie Schnupftabak, Liköre, Sirup und Spirituosen sowie die dazu passenden Trinkgefäße zur Stärkung bei und ermöglichen es, auch geschmacklich in die Zeit von König Artus und seiner Tafelrunde einzutauchen. Sämtliche Regale im Laden sind Marktständen nachempfunden. Das historische Ambiente wird verstärkt durch alte Fachwerkelemente, Fensterläden oder einen alten Leiterwagen, der als Warenträger dient. Der weitgehend historisch erhaltene Boden aus Muschelkalk, sowie die meist original belassenen Sandsteinwände unterstreichen das authentische Ambiente im gesamten Store. Bei einer notwendigen Wand-Erweiterung legte der Inhaber Johannes Wittmann sogar persönlich Hand an und klopfte selbst im regionalen Steinbruch Rothenburger Sandstein, so dass auf ein Replikat verzichtet werden konnte. Der Kassenzone vorgelagert ist eine Souvenirabteilung, die sich insbesondere bei den internationalen Touristen hoher Beliebtheit erfreut. Die Messerabteilung im Ausgangsbereich mit einem umfangreichen Victorinox-Sortiment bietet u.a. Raum für Stilette, Taschenmesser oder Wildtöter sowie einen eigenen Beratungsservice und lockt die Ritterfans bereits zum nächsten Besuch.

Abgeschlossen ist der Laden damit aber keineswegs. Um den kreativen Ideen Wittmanns zu entsprechen, hat Gruschwitz von Anfang an auf eine evolutionäre Gestaltung Wert gelegt, die das Konzept flexibel für Weiterentwicklungen macht. In Planung ist eine Erweiterung der ehemaligen Scheune zu einem Marktplatz, der als ständiges „Scheuen-Fest“ zum Eventbereich ausgebaut werden soll. Einen direkten Zugang soll das fünf Meter hohe Tor aus massiver Eiche gewähren, das bereits jetzt als zentraler Blickfang im hinteren Teil des Shops dient und aktuell mit einer digital bespielbaren Medienwand versehen ist, die einen furchteinflößenden, angreifenden Drachen zeigt. Alternativ lässt sich der überdachte Festplatz durch einen Schlenker in einen Außenbereich mit Blick auf die sich ebenfalls in Planung befindliche Waffenschmiede erreichen. Dieser Zugang ist v.a. Führungen vorbehalten und soll für spezielle Veranstaltungen, beispielsweise Vater-Kind-Schmiedekurse, exklusiv buchbar sein.

Events als Abrundung eines gelungenen Store-Concepts

Dem Scheunen-Fest selbst soll mit verschiedenen Zelten, Ständen und großflächigen Images ein entsprechender Eventcharakter verliehen werden. Spannende Neuentdeckungen gibt es natürlich auch hier: So wird derzeit angedacht, einen ehemaligen Lastenaufzug optisch in die Gestaltung miteinzubeziehen. Abgeschlossen wird der neue Bereich schließlich durch eine Außenzone, die Platz für verschiedenste Outdoor-Angebote, wie z.B. Aktionsgrillen, bietet.

Die Waffenkammer entführt ihre Besucher gekonnt auf eine zauberhafte Reise in die mittelalterliche Ritterwelt und zieht mit ihrem clever inszenierten Store nicht nur Nostalgieliebhaber in ihren Bann. Selbst Historienmuffel begeistert der Laden mit neuen Inspirationen.

Wenngleich noch Zukunftsmusik, so sei an dieser Stelle bereits erwähnt, dass das Shop-Konzept der Waffenkammer übergreifend angelegt ist und auch zahlreiche Möglichkeiten für eine stimmige Symbiose der analogen mit der digitalen Welt bietet. Egal, ob Online-Shop, eine eigene App, oder die Integration von Magic Mirrors in den Umkleidekabinen – Gruschwitz gehen auch im Digital Retail die Ideen nicht aus.


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About Gruschwitz

Gruschwitz ist ein führendes internationales Design- und Marketingbüro mit 360° Leistungsspektrum. Ob für Beauty, Fashion, Food, Lifestyle, Services, Shoes oder Sports – unser Team inszeniert marken- und zielgruppengerechte Erlebniswelten mit individuellem Charakter und unverwechselbarem Profil. Zu unseren Kunden gehören unter anderem Weber Grill, SuperDry, Jaguar/Land Rover und Red Bull, sowie sämtliche Marken der Inditex-Gruppe (wie z.B. Zara und Massimo Dutti).