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Berlin: Sog statt Druck

Den Mainstream in Frage stellen

Begehrlichkeit wird aufgeladen durch hohe Attraktivität. Kultstatus wird durch die multinationalen Verschmelzungen erzeugt. Der Mainstream wird ständig in Frage gestellt – durch immer neue Ideen, Gedanken und ethischen Einflüssen klopft der Zeitgeist ständig an dem Konstrukt Berlin. Somit kommt die intuitiv erzeugte Geistesblase „Berlin“ nicht zur Ruhe. Ständig wird etwas Neues gedacht, aus Lust oder aus Not, denn genau bei dieser Mischung aus Freude am Tun und aus der wirtschaftlichen Not heraus, entwickeln die Menschen die besten Ideen und helfen sich selbst.

Berlin ist ein morphisches Feld

Neue, aktuelle und alte Einflüsse kreieren neue Shopping Landschaften. Der Kiez bekommt eine neue Bedeutung und die verschiedensten ethnischen Gruppen, mit ihren Gebräuchen und Eigenarten, werden durch Berlin eingesaugt und anders als in anderen Großstädten entstehen nicht Bezirke oder gar Ghettos – es köchelt eine Subkultur Suppe im Schmelzziegel Berlin dessen Zutaten aus Ländern der gesamten Welt eingesammelt werden und alle wollen die Suppe kosten … so auch wir!

Die neue Kultur in Berlin

Bei dem einen geht es um das reine Überleben und bei dem anderen geht es darum seinen Lifestyle, seine Lebensgesinnung frei zu entfalten und zu zelebrieren. Diese Mixtur aus scheinbar divergierenden Motiven, blüht auf in dem Umfeld eines demokratischen, sozial eingestellten, sehr toleranten und gebildeten Deutschland. Deutschland ist Hip, dank seiner positiven „morphischen“ Wellen, die mit Berlin verbunden werden – Störungen sind da, doch die Entwicklungen sind nicht mehr reversibel – wir sind am Anfang einer neuen Welt und Berlin steht im Mittelpunkt.

Berlin ist nicht unbekannt für mich, doch diesmal hat die EHI Organisation eine völlig neue Retail Tour auf die Beine gestellt – Danke an dieser Stelle an die Damen um Claudia Horbert, welche die Organisation übernommen haben und unserem Innovationsprofessor, Prof. Dr. Martin Kiel, der mit seinen kreativen Ansätzen und Perspektiven unseren Blickwinkel auf die Stadt verändert hat.

Die besuchten Stores waren Mainstream und man sieht, dass 11teamsports die digitale Test Plattform der „Big Players“ im Sport geworden ist. Der Digital Table, die Hologramm gesteuerten Displays und die Social Media Wall zeigen was möglich ist. Die Frage sei erlaubt, ob alles auch sinnvoll ist. Denn der Mehrwert ist im Augenblick nur auf die Produkte und die Extrovertiertheit der Kunden reduziert. Tatsächlicher, stationär optimierter Nutzen für den Kunden, ist noch nicht im Content Management der Digitalen Agenturen angekommen. Wie auch? Erst einmal muss sich mit der Technik beschäftigt werden und der Verkauf ist ja für Online wesentlich interessanter, der stationäre Handel wird der Online Welt dementsprechend untergeordnet.

Pop Up soweit das Auge reicht

Die anderen Läden – Pop Up Konzepte rund um den Hackeschen Markt, haben für Ideen und Gesprächsstoff gesorgt. Berlin hat einfach „perfekte“ Locations und, im Jargon der 80ziger und 90ziger zu sprechen, „geile Ecken“. Das man immer wieder Neues entdecken kann und deshalb ist Berlin so interessant. Es gehört zu Berlin dazu, dass man auch mal was ausprobiert und wenn sich Konzepte nicht lohnen, dann verschwinden diese auch oder eröffnen an anderer Stelle – So ist 4010 geschlossen und wir sind schon gespannt was als nächstes auf der Fläche passiert. Alles ist im Fluss, alles in Bewegung…

Wir haben gelernt, Retail ist gelb – die gelben Wägen mit der roten Schrift kennt man schon und weiß was sie machen. Doch das diese Shirts so cool sind, dass die SOHO House Community in ihrem angeschlossenem Conceptstore für das gelbe T- Shirt 250.-€ verlangen kann, hat uns doch alle überrascht. Auch wenn ein Designer mit im Boot sitzt. Food und Fashion verschmelzen zu „Fooshion“ und es ist schon lange klar, dass es keinen Weg zurück gibt, doch die Vehemenz, wie die verschiedenen Restaurants und Cafés in den Shops Einzug halten ist erstaunlich – keine Trennung mehr, die Kasse wird zur Theke, hier kann man erkennen, dass es Blödsinn ist, zwischen Ladenschluss und Gastrozeiten zu unterscheiden, wie wir es in Bayern noch kennen.

Berlin macht es vor, wie gemütlich, konstruktiv und bereichernd es sein kann, wenn man fließend mit dem Thema Food & Beverage im Shopping umgeht.

Das Hallesche Haus – ein General Store am Tempelhofer Ufer ein Mix aus Design Shop, Cafe und Eventfläche zeigt es uns – bezeichnend für Berlin – ein Australier, US Amerikaner und ein Europäer (London) haben das Konzept inszeniert und betreiben es selbst.


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About Gruschwitz

Gruschwitz ist ein führendes internationales Design- und Marketingbüro mit 360° Leistungsspektrum. Ob für Beauty, Fashion, Food, Lifestyle, Services, Shoes oder Sports – unser Team inszeniert marken- und zielgruppengerechte Erlebniswelten mit individuellem Charakter und unverwechselbarem Profil. Zu unseren Kunden gehören unter anderem Weber Grill, SuperDry, Jaguar/Land Rover und Red Bull, sowie sämtliche Marken der Inditex-Gruppe (wie z.B. Zara und Massimo Dutti).